Mehr als nur ein Job: Wie Sie neue Mitarbeitende für Ihre Praxis gewinnen

06.02.2026
Praxismanagement

Der Fachkräftemangel ist in gynäkologischen Praxen längst spürbar. Offene Stellen bleiben unbesetzt, Bewerbungen sind rar – besonders von jungen Menschen. Häufig wird dabei zuerst an Gehalt gedacht. Doch Fakt ist: Eine attraktive Praxis ist mehr als eine Geldfrage. Für viele MFA spielen Arbeitsklima, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten eine mindestens ebenso große Rolle. Dabei sind MFA nicht nur Betroffene dieser Situation – sie können aktiv dazu beitragen, ihre Praxis als attraktiven Arbeitsplatz sichtbar zu machen.

Praxisattraktivität beginnt im Team – nicht im Stellenportal

Junge MFA und Auszubildende informieren sich heute anders als früher. Sie hören genau hin, wie über Praxen gesprochen wird. Empfehlungen aus dem Freundeskreis, Eindrücke aus Praktika oder Ausbildungszeiten und das Arbeitsklima vor Ort sind oft entscheidender als jede Anzeige.

Das bedeutet: Jede MFA ist Botschafterin ihrer Praxis!

Ein respektvoller Umgang im Team, gegenseitige Unterstützung und eine offene Kommunikation prägen das Bild nach außen. Wer selbst gern zur Arbeit kommt, vermittelt das – bewusst oder unbewusst – auch anderen. Gerade Auszubildende oder Praktikantinnen und Praktikanten nehmen sehr genau wahr, ob sie willkommen sind, Fragen stellen dürfen und ernst genommen werden.

Was MFA tun können, um neue Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen

Positive Einblicke teilen: Erzählen Sie ehrlich, aber wertschätzend von Ihrem Arbeitsalltag – z. B. in Gesprächen mit Bekannten, in Berufsschulen oder bei Praktikantinnen und Praktikanten.

Neue Teammitglieder gut einarbeiten: Ein strukturierter Start, feste Ansprechpartnerinnen und-partner sowie Geduld machen einen enormen Unterschied.

Gegenseitig Feedback geben: Wenn Abläufe, Dienstpläne oder Zuständigkeiten gut funktionieren (oder nicht), sollte das im Team und gegenüber der Praxisleitung thematisiert werden.

Junge Menschen ernst nehmen: Wer Fragen stellt oder Unsicherheiten zeigt, braucht Begleitung – keine abwertenden Kommentare nach dem Motto „Das musst du aber echt noch lernen“.

Mitgestalten statt hinnehmen: Vorschläge für flexiblere Arbeitszeiten, moderne Kommunikation oder kleine Teamrituale kommen oft aus dem MFA-Team selbst und sollten mit der Praxisleitung besprochen werden können.

Generell gilt: Eine Praxis wirkt dann attraktiv, wenn MFA sich als Teil eines Teams erleben, das gemeinsam Lösungen findet.

Warum Authentizität wichtiger ist als Perfektion

Viele junge MFA suchen keinen „perfekten“ Arbeitsplatz, sondern einen ehrlichen. Sie wollen wissen, was sie erwartet: Welche Aufgaben gehören wirklich zum Alltag? Wie geht das Team mit Stress um? Gibt es Raum für Lernen und Entwicklung?

Erfahrene MFA, die offen über ihren Beruf inklusive Herausforderungen sprechen, schaffen Vertrauen. Genau dieses Vertrauen ist oft der entscheidende Faktor, warum sich jemand bewirbt oder es bleiben lässt. Es geht nicht darum, Negatives nie wieder anzusprechen, das wäre auch unglaubwürdig. Allerdings sollte das Team darauf achten, nicht im Jammertal zu versinken und den Blick auch immer auf die positiven Aspekte des Berufs zu lenken.

Fazit: Attraktive Praxen entstehen von innen

Eine gynäkologische Praxis wird nicht allein durch schöne Worte attraktiv, sondern durch Menschen, die dort arbeiten. MFA haben mehr Einfluss, als sie oft denken – durch ihr Auftreten, ihre Haltung und ihre Bereitschaft, neue Teammitglieder willkommen zu heißen.

Wer zeigt, dass der MFA-Beruf anspruchsvoll, sinnstiftend und teamorientiert ist, leistet einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Praxis. Und genau das macht am Ende den Unterschied