Unsicherheit als Ausgangspunkt
Unsicherheit ist einer der häufigsten Auslöser für Konflikte im Praxisalltag. Sie entsteht aus Sorge um die eigene Gesundheit, aus Scham, aus negativen Vorerfahrungen oder aus dem Gefühl, ausgeliefert zu sein. Am Empfang zeigt sich Unsicherheit oft indirekt: durch Ungeduld, übermäßige Kontrolle, viele Nachfragen oder eine spürbare Anspannung. Auch Begleitpersonen können diese Unsicherheit übernehmen und verstärken – insbesondere Partner, die sich hilflos fühlen.
Für MFA ist es hilfreich, Unsicherheit früh zu erkennen und zu verstehen: Unsicherheit ist kein Angriff, sondern ein Signal. Wer dieses Signal erkennt, kann häufig verhindern, dass sich die Situation weiter zuspitzt.
Wichtig ist, die Unsicherheit der Betroffenen nicht zu bagatellisieren („Das ist doch gar nicht schlimm“), sondern die Emotion anzuerkennen: „Ich sehe, dass Sie sehr angespannt sind.“ Schon diese Bestätigung kann auf Patientinnen oder deren Begleitpersonen entlastend wirken. MFA müssen keine medizinischen Erklärungen liefern, können aber Orientierung geben, indem sie die nächsten Schritte transparent machen. Struktur nimmt Unsicherheit.
